17 March 2014

Museum of History - Im kanadischen Nationalmuseum fuer Geschichte in Ottawa

Am Samstag brachte uns ein Fruehlings-Schneesturm nochmal 15 cm Schnee. Gegen mittag machten wir uns auf den Weg nach Ottawa um Lydia, die Schuelerin aus Deutschland die wir beim Winterlude getroffen hatten, bei Ihrer Gastfamilie abzuholen, um mit Ihr zusammen das Museum of History zu besuchen.
Das kanadische Voelkerkunde Museum liegt gegenueber des Parliaments auf der anderen Seite des Ottawa Rivers und ist eines der meisst besuchten Museen Kanadas... and a great place to escape from the freezing temperatures ;)
Erst Anfang des Jahres wurde das Museum von Canadian Museum of Civilization in Museum of History umbenannt. Die Architektur des Gebaeudes alleine ist schon absolut sehenswert und im Inneren kann man sich problemlos ueber Stunden aufhalten und immer wieder neues entdecken...
Beim ersten Blick auf das Gebaeude koennte man meinen der Architekt Douglas Cardinal haette den Bau im wilden Betonrausch designed, aber schnell merkt man dass die geschwungenen Linien und Glasfassaden den Gebaeudekomplex selbst zu einem Gesamtkustwerk machen.
Das Canadian Museum erzaehlt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte Kanadas in all Ihren Facetten.
Mit im Museum untergebracht ist ein Kindermuseum sowie das IMAX Theatre.
Hier kann man sich wirklich den ganzen Tag aufhalten, es gibt soviel zu sehen und jedes mal wenn wir hier sind entdecken wir wieder etwas neues.

                                      Blick hinunter in die lichtdurchflutete Grand Hall

Das Museum beherbergt unter anderem die weltgroesste Sammlung an Totem Poles,
einige davon sind ueber 10 Meter hoch


Auch 6 verschiedene Native houses gibt es zu entdecken. Die Hausfassade unten representiert z.B. Chief Waka, dessen Haus um 1900 in Alert Bay stand

Auch 6 verschiedene Native houses gibt es zu entdecken. Die Hausfassade unten representiert z.B. Chief Waka, dessen Haus um 1900 in Alert Bay stand



Die Halle der Ureinwohner zeigt unter anderem Funde archaeologischer Ausgrabungen


Eingang zur First Peoples Hall...


...die einen Einblick in Ihre Geschichte, Lebensweise und kulturelle Vielfalt gibt.


Foto eines Gisgegas Chiefs inmitten der beeindruckenden Anzahl seiner Felle, 1923


Diese Installation erzaehlt wunderschoen die Entstehung der Welt aus der Sicht der Iroquois. 
Sky Woman falling from sky... 


Skulptur Inuit Ublumi 
 "The Today Inuit- most now live in permanent settlements - their children are now learning to speak english - are no longer able to live their traditional lifestyle - are still unable to fit into the white man's lifestyle"  Pierre Karlik 1974



Das Leben der Arctic Inuit Whale Hunters vor ueber 1000 Jahren, anschaulich dargestellt. Im Halbdunkel erkennt man die Behausung aus Walknochen, whaerend man im Hintergrund den kalten Wind heulen hoeren kann...


Ein aufgespanntes Biberfell, im Hintergrund die Farben der Hudson Bay Company.
"TheBeaver does everthing perfectly well, it makes kettles, hatches, swords, knives, bread;
in short, it makes everything...The English have no sense, they give us twenty knives like this for one Beaver skin" From an Innu man.



Ein heute etwas verhangender, aber immer noch phantastischer Blick ueber den
Ottawa River auf das Parliament



Von hier oben aus haben wir einen guten Blick auf den Eingangsbereich des Museums, ueber dem der Nachbau eines Hundeschlitten-Gespanns steht, das von 1913-1918 an einer Arktis Expedition teilgenommen hat. Die Fundstuecke und Ekenntnisse dieser great dog-sled explorers sind heute ein wichtiger Bestandteil des Museums.


Was waere Kanada ohne Schnee?  
Neige/Snow, so heisst dann auch die aktuelle Sonderausstellung im Museum, passend zum diesjaehrigem scheinbar unendlichem Winter :)


Am Eingangsbereich stehen verschiedene, typisch kanadische Winter Fortbewegungsmittel





Funktionskleidung gibt es ja noch gar nicht so lange. Hier testen wir mal wie sich die Winterkleidung vor 100 Jahren im kanadischen Winter angfuehlt haben muss... 





 Die "Canada Hall" fuehrt durch 1000 Jahre kanadischer Geschichte, durch Staedte und Landschaften zu Siedlungen vor der Landung der Europaeer bis hin zur Gegenwart.


Eine Trapper Huette





 Das ist doch mal ein kultiges Telefon,  Airport Vancouver in den 70 zigern


Die vierte Etage ist zur Zeit noch under construction.


Der Nachmittag ist viel zu schnell vorbeigegeangen. Als wir ueber den Ottawa River zurueck fahren sehen wir auf dem zugefrorenen Fluss auf Campingstuehlen sitzend, einige Eisfischer beim angeln. Sicher eine der letzten Gelegenheiten fuer dieses Jahr, denn ab der naechsten Woche sollen die Temperaturen jetzt endlich dauerhaft Plusgrade erreichen... zumindest tagsueber.



06 March 2014

Abend am Ufer des zugefrorenen St. Lorenz Stroms

Es ist Maerz, Winter in Kanada. In der letzten Nacht fiel das Thermometer wieder auf  -22 Grad. Die Tage sind sonnig aber immer noch frostig, von anhaltendem Tauwetter oder gar beginnendem Fruehling noch keine Spur. 
Es ist unser fuenfter Winter in Kanada und es ist der bisher laengste, kaelteste und schneereichste Winter den wir bisher hier gehabt haben. Der lange und tiefe Frost hat die grossen Seen dieses Jahr zu 90%  zufrieren und auch die Niagara Faelle erstarren lassen. Ein Winter, sagen die Aelteren, wie er in den 70 zigern ueblich war. Fuer Ottawa ist es der kaelteste Winter der letzten 20 Jahre.
Ich mag den Winter, vor allem wenn die Luft klar und kalt, der Himmel blau und die Erde schneebedeckt ist. Aber jetzt bekomme ich doch langsam mal Sehnsucht nach waermerer Luft und gruenen Blaettern an den Baeumen ... die Meterologen prognostizieren aber bereits "Geduld-haben".
Am Wochenende hatte Lucia ein Basketball Tournament in Brockville und wir haben zwischendrin die Gelegeheit genutzt, um gegen Abend an das Ufer des St. Lawrence zu gehen...


Der grosse breite Fluss ist hier voellig erstarrt


Blick ueber die gefrorenen Fluten Stromabwaerts Richtung Quebec


Am Ufer fegt ein eisiger Wind den pulverfeinen Schnee ueber das Eis



... im Abendlicht wirkt der feine wehende Schnee wie Wellengang auf dem Wasser


Schattenspiele in der untergehenden Sonne ueber dem vereisten Fluss


Der St. Lawrence bildet die Grenze zwischen Ontario und dem US-State New York. Auf dem vereisten Fluss ist nur eine schmale Fahrrinne zwischen den Ufern freigeblieben


Gegen 18:00 senkt sich die Sonne immer weiter und es wird langsam dunkel...


 Abendhimmel ueber dem vereisten Strom



Wir machen uns auf den Weg zurueck zur Schule, denn um 19:00 hat Lucias Team das naechste Basketball Game. Zusammen mit anderen Eltern, Grosseltern, Geschwistern und Freunden sitzen wir auf der Tribuene und feuern das Team an. Go Red Hawks!
5 Spiele in 3 Tagen gegen verschiedene Teams. 
Das Home Team der Pirates gewinnt schliesslich ueberraschend gegen die Burlington Panthers. Lucias Team schafft es in das Bronze Medal Game...


Nach dem Spiel fahren wir noch mal runter an den St. Lawrence. Dieses mal aber nicht an den Fluss, sondern an einen anderen beliebten Spot, zu  "Don's Fish and Chips". Hier gibt es das bestimmt beste Fish and Chips ausserhalb von London.
Eigentlich mag ich dieses oelig-fettige food ueberhaupt nicht, aber die fresh cut fries sind hier wirklich ganz frisch und handgeschnitten, und der Haddock dick und saftig in duennem Teig... mhh echt lecker und natuerlich alles frisch verpackt in der tagesaktuellen Zeitung :)