28 August 2014

Summer wildflowers - Sommer Wildblumen in Kanada

"All good things are wild and free"  Henry David Thoreau
Wann immer man im Sommer durch Kanda faehrt, kann man an den Wegen und auf den Wiesen die Wildblumen bluehen sehen, die sich Ihren Lebensraum erobern wo es Ihnen gefaellt, oft auch an scheinbar ganz unwirtlichen Stellen. Jetzt im August, zeigen sich Ontarios Wildflowers in  Ihren schoensten Farben.
Nachdem es tagelang geregnet hatte, ist es seit der letzten Woche wieder sommerlich heiss und schwuel geworden. Ganze Felder kann man jetzt lila bluehen sehen, deren suesser Duft sich in der Sonne entfaltet. Hier ist nahe der Anlegestelle fuer Kanus eine kleine, mit Wildblumen bewachsene Insel auf dem Fluss entstanden...


Purple Loosestrife 



Blick ueber eine Sommerwiese an einer County Road 


Zwischen all den Blumen versteckt sich an einem kleinem Bachlauf ein Great Blue Heron, der zusammen mit ein paar Enten auf einem Baumstamm am Wasser chillt...


Eupatorium Purpureum oder "Sweet Joe Pye Weed"


Fuer manche sind die Wildblumen nur invasives Unraut, andere inspirieren sie zum dichten oder sprechen Ihnen Heilkraefte zu. Ich finde sie einfach nur schoen in der Natur anzusehen und fuer mich haben Wildblumen auch nichts in einer Vase zu suchen.
"How does the meadow flower its bloom unfold, because the lovely little flower is free down to its root, and in that freedom bold"   Wlliam Wordsworth



Wunderschoen in Ihrer Bluete, sowie auch die spaeter daraus entstehenden Samenkoerchen der Wild Carrot oder auch Queen Anne's Lace genannt...


Der Legende nach soll Queen Anne weisse Spitze gekloeppelt haben, als sie sich in den Finger stach und ein Tropfen Blut auf Ihre weisse Spitze fiel, woraus dann diese Bluete entstand...


Blue Beauty, Kornblumen am Strassenrand


Die kleinen, goldenen Blueten des orange Jewelweed schmuecken und ueberwuchern zur Zeit geradezu ueppig kleine Bachlaeufe


Wilde Margarithe waechst hier ueppig auf den Wiesen


Die schoenen Blueten recken sich dem blauen Himmel entgegen


Gestern war ich mit Josephine im Park, wo wir schon erste fallende Blaetter gesammelt haben, die erstaunlicherweise bereits herbstliche Farben zeigen...



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23 August 2014

Charleston Lake Provincial Park, Kanada - Shoreline Centennial Trail

Letzes Wochenende hatten wir richtig schoenes Sommerwetter, das wir fuer einen Trip in den nahegelegenen Charleston Lake Park genutzt haben. Bereits seit 1880 ist der tiefe blaue See mit seiner felsigen Kueste ein beliebtes Ausflugsziel fuer Urlauber und der fuer seinen Fischreichtum bekannte See wird von Angler besonders geschaetzt. 
Der im Suedosten Ontarios gelegene Park ist ca. 30 km von Gananoque entfernt und ist eine der schoensten Gegenden um zu hiken, campen, paddeln oder einfach am Strand zu liegen.
Wir wollten diesesmal nicht an den Beach, sondern einen der Trails laufen, von denen es hier einige kuerzere, sowie auch ca. 10 km lange gibt. Damit auch Josephines Spass dabei hat, wollten wir den zwar kurzen, dafuer aber steilen und rockig schoenen Shoreline Centennial Trail laufen. Als wir im Charleston Lake Park ankommen ist an die 30 Grad und ziemlich schwuel...



Der Trail beginnt easy und im Schatten der Laubbaeume laesst es sich gut laufen


Schon bald laeuft Josephine vorraus und uebernimmt die Fuehrung



Lobelia Cardinalis, rote Wildblumen bluehen hier entlang des sumpfigen Creeks


Der Trail wird langsam steiler und geht in Nadelwald ueber. Josephine will nicht getragen oder gefahren werden, sondern weiter alles ohne Hilfe laufen...



Schon bald koennen wir zwischen den Baeumen das Wasser ausmachen


Das erste Stueck ist geschafft, wir machen eine kleine Pause und geniessen die Aussicht


Ueber Baumwurzeln und Felsen geht es weiter...


Schliesslich kommen wir an das Ufer des Sees


In der Bucht links von uns wagen sich ein paar Mutige in den ziemlich kuehlen See



Die von der Eiszeit geformten Felsen im Wasser sind auch als "Whale Back Rocks" bekannt und man kann glaub ich gut erkennen, warum...


Wir bleiben eine Weile am Wasser bevor wir uns wieder auf den Rueckweg machen.
 Josephine sammelt Steine und Stoecker und ich entdecke eine schoene gelbe Feder, oder wie Kai meint, eine "Indianer SMS" ;)



Nach ein paar Stunden kommen wir dann wieder an unserem Ausgangspunkt zurueck. Fuer Josephine war das heute der erste Trail, den sie alleine gelaufen ist. Dafuer, dass sie vor einem Jahr gerade mal Ihre ersten freien Schritte gemacht hat, eine richig tolle Leistung. Auf der Rueckfahrt schlaeft sie dann auch praktisch sofort ein :) In Brockville machen wir aber noch mal Halt um beim Ribfest vorbeizusehen, dass dort gerade stattfindet. Hier gibt es nicht nur preisgekroente Ribs, sondern auch Fettig-suesses wie Funnel Cake oder  "Deep Fried Mars" . Dazu Live Music und Arm Wrestling, ein echt cooles Fest...


Der August, der ja ueblicherweise der waermste Monat in Ontario ist, fuehlt sich dieses Jahr bisher mit Temperaturen um die 20 Grad und teils epischen Regenfaellen eher an wie Herbst und wird hier schon als "Augtober" bezeichnet.  Wir vermisssen die typisch schwuel-heissen Ontariotemperaturen nicht und haben uns ueber das angenehme Wetter heute gefreut :)





01 August 2014

Ein Tag in Montreal - Mont Royal, Place d'Armes und Altstadt

Drei Jahre ist es her, dass wir das letzte Mal in Montreal waren, obwohl die Stadt nur ca. 3h von uns entfernt liegt.  Hoechste Zeit also, der zweitgroessten Stadt Kanadas mal wieder einen Besuch abzustatten. In Montreal gibt es so viel zu sehen, dass man sich besser Schwerpunkte setzt, wenn man nur einen Tag Zeit hat. Wir haben uns dieses Mal nur den Mont Royal und Vieux Montreal, die Altstadt vorgenommen.
Frueh am Morgen brechen wir auf und sind bereit die beiden ersten Huerden zu nehmen: die eintoenige Autofahrt ueber den HWY 401 und schliesslich die Fahrt vorbei an dem archtiektonischen Verbrechen aus broeckelnden Betonbruecken und rostigen Stahtraegern kurz vor der Stadt, aber dann ist es geschafft.  
Der Sommer war bisher sehr wechselhaft und fuer diesen Tag hatten die Meteorologen
"anything could happen weather" angekuendigt. Als wir am Vormittag im Parc Mont Royal ankommen ist es warm und trocken und der phantastische Blick vom Kondiaronk Belvedere ueber die Stadt, wird nur vom diesigem Wetter etwas getruebt...


"On October 2nd, 1535 Jacques Cartier, Discoverer of Canada, climbed this mountain under the guidance of the Indians of the village of Hochelaga and, impressed with the beauty of the landscape displayed before his eyes, he gave it the name of Mont Royal. From wich the city of Montreal took ist's name."
Es faellt nicht besonders schwer sich vorzustellen, wie beeindruckt Cartier von dieser Aussicht gewesen sein muss, als er im Oktober, mitten im Indian Summer diesen Spot zum ersten Mal sah.
1876 hat dann Frederick Law Olmsted, der auch den Central Park in New York designed hat, den Mont Royal Park mit dieser schoenen Aussichtsplattform gekroent.



Wir bleiben noch etwas und geniessen die Aussicht. Als gegen Mittag immer mehr Busladungen mit Touristen ankommen und der Himmel weiter so bedeckt ist, beschliessen wir den Rest des Parks und das Saint Joseph’s Oratory heute nicht mehr zu besuchen


Ueber den Saint-Laurent Boulevard fahren wir weiter zum Schwartz's. Vor dem Restaurant stehen eine Menge Leute an, die beim Warten von einem Strassenmusiker unterhalten werden  :)


Wofuer all die Leute geduldig und gut gelaunt vor diesem unscheinbaren Gebaeude anstehen? Hier ist die Geburtsstaette des Smoked Meat, eine in Kraeutern eingelgte und aufwendig zubereitete Fleischspezialitaet, die aufgetuermt zwischen 2 Toastscheiben und mit etwas Senf zum Montreal Kult Sandwich wird :)  Im Inneren des Shops steht man ebenfalls geduldig in der Warteschlange. Trotz der Hektik werden wir freundlich bedient, nehmen unser Sandwich auf die Hand mit und essen dann wie die anderen am Strassenrand.


Auf dem Weg zurueck zu unserem Auto kommen wir an einigen interessanten Wall murals vorbei...



Wir fahren den Saint-Laurent Boulevard weiter Richtung Innenstadt, wo wir den Wagen auf einem bewachten Parkplatz Ecke St-Laurent/ St-Antoine lassen, der fuer den ganzen Tag nur 10$ kostet. Wir gehen  zum alten Hafen und von dort aus weiter Richtung Old Montreal, das zwischen St. Lawrence River und Downtown gelegen ist. Inzwischen ist die Sonne rausgekommen...


In Montreal kann man auch gut ohne Auto zurechtkommen. Es gibt ein gutes Metro System und viele sind mit dem Fahrrad, die man auch mieten kann unterwegs...



Richtung Altstadt kommen uns schon die ersten Pferdekutschen mit Touristen entgegen


Kopfsteinpflaster, Fussgaengerzonen, und Gebaeude aelter als 200 Jahre,
fuer europaeische Auswanderer herrscht in Montreal akute Heimwehgefahr! ;)
Josephine macht hier Ihre ersten Schritte ueber Cobblestone...



Hinter der Fassade des L'Usine de Spaghetti vermutet man vielleicht nicht das historische Ambiente des italienischen Restaurants. Hier hat schon Charles Dickens 1842 in einem Hinterzimmer an einem Roman geschrieben...


Inmitten der Altstadt liegt der Place Jacques Cartier, der fruehere Marktplatz der Stadt.
Wir laufen entlang der vielen kleinen Schmuck-und Kuenstlerstaende und da es inzwischen richtig heiss geworden ist, kaufen wir uns ein Eis... Mojito-Lemon Sorbet, hmm, delicious :)


In der Mitte des Platzes hat in der Zwischenzeit ein Strassenkuenstler mit charmantem Quasseltalent die Massen und auch uns angelockt. Ueber 10 Minuten entertaint er humorvoll die Leute, als ploetzlich das "anything could happen" Wetter zuschlaegt und es wolkenbruchartig anfaengt zu regnen. Die Zuschauer verlassen allerdings nicht sofort fluchtartig den Platz, sondern bleiben noch und geben dann reichhaltig :)


Lucia ist zum spontanen Fan geworden und bekommt ein Foto und Selfie mit Mr. Magic :)


Ueber die Rue Saint-Paul lassen wir uns langsam weiter durch die Gassen der Altstadt treiben




 Im Schmuckshop einer winzigen Ladenniesche ersteht Lucia eine fancy Kette



Die Sonne kommt wieder heraus, als wir die Notre-Dame Basilica erreichen.
Fuer einen Beitrag von inzwischen 5 $ bekommt man unter anderem den in dramatisches Blau getauchten Altar und die erste elektrische Orgel im Inneren der Kirche zu sehen.
On a side note... hier hat Celine Dion geheiratet.


Gegenueber der Kirche befindet sich der Place d'Armes, einer der aletesten oeffentlichen Plaetze in Montreal. Wo es frueher zu Ausseinandersetzungen zwischen den ersten Siedlern und Irokesen gekommen ist, tanzt heute Josephine zur Jazzmusik eines Gitarrenspielers :)
Den Platz saeumen ebenfalls verschiedene Epochen der Architektur, wie das New York Life Buidling von 1887, aeltestes und mit 8 Stockwerken damals hoechstes Gebaude der Stadt, direkt neben dem Aldred Buildig im Art Deco Stil von 1931


Der Tag geht langsam zu Ende und wir machen uns auf den Weg zurueck zum Parklplatz. 
Wir verlassen Montreal nicht ohne eine Flasche Rotwein und noch Halt am Centre Bell zu machen, der Hockey Arena der Montreal Canadiens oder
 " Enemy Base", wie Lucia sagt ;)  Um das gesamte Gelaende herum finden allerdings gerade ausgedehnte Bauarbeiten statt und da immer noch Off -Season in der NHL ist, gibt es hier nicht viel zu sehen

Hockey Arena der Montreal Canadiens oder   " Enemy Base", wie Lucia sagt ;)

Der Tag ist viel zu schnell vorbegegangen und wir haben gar nicht alles geschafft, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Dafuer haben wir den europaeischen Charme und das Altstadt Flair in Old Montreal sehr genossen und werden uns bis zum naechsten Besuch sicher nicht wieder 3 Jahre Zeit lassen...