20 August 2017

Tagestrip in den Algonquin Park - Holzfaeller Museum und Lookout Trail

Der Algonquin Park ist Ontarios aeltester und bekanntester Provincial Park und er ist einzigartig. 
Ueber 7,635 km erstrecken sich hier Waelder,  Seen und Fluesse, kein anderer Park dieser Groesse liegt nur 3 Autostunden entfernt von einer Millionenstadt. Das macht den Park besonders beliebt fuer Kanadier aus der Toronto oder Ottawa Area, aber auch fuer Touristen aus aller Welt die fuer mehrtaegige Hikes durch die kandische Wildnis, Kanutuouren oder zur Tierbeobachtungen kommen.
Fuer einen Tagestrip eignen sich z.B. die 15 unterschiedlichen Trails, die vom Highway 60 Corridor aus zu erreichen sind.
Es sind noch Ferien in Kanada und das Wetter ist toll, so beschliessen wir einen Tagesausflug von Ottawa aus in den Algonquin Park zu machen, dabei wollen wir vor allem mit unserer 5 jaehrigen Tochter auf den Loggin Muesum Trail. Die Strassen sind frei und so erreichen wir nach knapp 3 h das Eastgate des Parks.


Seit 2015 ueberblickt hier ein Totem Pole das East Gate, ein Geschenk der Algonquins of Ontario, gefertigt aus einer White Pine (Weymouth Kiefer) , so alt wie der Park selbst.


Nach einem kurzes Picknick geht es los. Der Logging Museum Trail ist ein leicht zu laufender 1,3 km langer Loop, entlang einer Reihe von historischen Bauten und Maschinen von den Anfaengen des Holzabbaus bis hin zur heutigen Zeit. Hier wird wunderbar schoen und anschaulich ein Teil der Geschichte des Parks und Kanadas gezeigt, outdoor learnig  fuer Kinder und Erwachsene. 


Man sich leicht in die Zeit der Trapper und Holzfaeller zurueckversetzen. Die Blockhuetten sind alle zugaenglich und mit Equipment Ihrer Zeit ausgestattet. Die massiven Staemme und Bauweise der Blockhaeuser ist dabei ziemlich beeindruckend.


Das harte und rauhe Leben der ersten Holzfaeller die nach Kanada kamen wird gut in diesem  Nachbau eines Camboose Shanty deutlich. Die armselig ausgestattete Huette bot um 1800 Unterkunft fuer 52 Holzfaeller, die den ganzen Tag mit dem faellen der maechtigen Weymouth Kiefern zubrachten und erst mit der einfallenden Dunkelheit zurueck kamen. Es gibt keine Fenster in der Huette und auch keine Waschgelegenheit, die Maenner schliefen in Ihrer Arbeitskleidunng, zu zweit in einer hoelzernen Koje. Mit Blockhausromantik in unberuerhrter Natur hatte dieses Leben wenig zu tun.


Maechtige Staemme diesen Umfangs mussten mit simplen Werkzeugen und purer Muskelkraft bearbeitet werden


Der Trail fuehrt uns weiter ans Wasser


Hier bluehen weisse Seerosen, ein Reiher haelt nach Fischen Ausschau und in der Luft schwirren Dragonflys


Wir kommen zur William M. ein Aligator, dampfbetriebener Schlepper, der um 1889 das ziehen der schweren Staemme uebernommen hat



Im Fruehling wurden die Baumstaemme mit Hilfe der Wasserkraft ueber diese Art Rutsche in den Fluss befoerdert um von dort aus nach Ottawa und Montreal tansportiert zu werden

Logging Museum

Die rutschigen Baumstaemme in dem oft eisigem Wasser zu manoevrieren war eine extrem gefaehrliche Arbeit, die viele der Maenner nicht ueberlebt haben.  

Logging Trail

Ein Sawlog Camp um 1940. Hier gibt es schon einige Annehmlichkeiten. Zum Camp gehoerten auch ein Koch und ein Schmied



Um 1950 waren Trucks in der Lage Baumstaemme ueber eine laengere Distanz zu transportieren.

Logging Truck

 Am Ende des Trails schliesst sich der Kreis von 150 Jahren Logging history im Algonquin Park.


Bevor wie zum naechsten Trail gehen, wollen wir noch kurz beim Visitor Centre vorbei


Das Visitor Centre bietet unter anderem einen informativen und verstaendlichen Einblick in die Tier und Pflazenwelt des Parks  


Josephine findet den Ausblick von der Aussichtsplattform durch das Fernglas spannend


Dann begeben wir uns zum Lookout Trail, der mit 2,1 km nur kurz und maessig steil ist.


Der Pfad fuehrt langsam aber stetig bergauf, vorbei an riesigen glattgeschliffenen Felsbrocken der Eiszeit sowie an Zeitzeugen der juengeren Vergangenheit


Dann oeffnet sich der Wald ploetzlich und und es bietet sich ein atemraubender weiter Blick. Im Herbst ist die Aussicht ueber die bunten Baumwipfel hier geradezu spektakulaer, jetzt im Sommer geniessen wir den Ausblick auf den von der Sonne gewaermten glatten Felsen aus.



Alle (einschlisslich uns) die wir hier oben treffen fotografieren erst einmal wild, lassen sich fotografiern oder nehmen Selfies in verschiedensten Positionen, bevor dann schliesslich schweigend und staunend die unglaubliche Schoenheit die sich vor einem ausbreitet aufgenommen werden kann


Wir sitzen eine Weile hier, bevor wir uns dann an den ziemlich steilen Abstieg machen


Bevor wir uns wieder auf den Rueckweg machen, fahren wir noch beim Lake Opeongo vorbei


Seit wir hier vor einigen Jahren das erste mal 2 grosse beeindruckende Moose im Wasser friedlich grasen gesehen haben, machen wir jedes mal einen kurzen Abstecher hierher. Dieses mal laesst sich aber keines der Tiere sehen



Der Abend bricht herein und es wird Zeit fuer uns fuer die Rueckfahrt


Mit der untergehenden Sonne im Rueckspiegel fahren wir nach Hause



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